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Qualitätsmanagement im KIM-Soziale Arbeit e.V.

Fortsetzung: Artikel aus d. Fachzeitschrift 'Jugendhilfe' 5/99, Seite 5

Resümee – die Perspektive

In einer Präsentation zeigten sich Vertreter der zuständigen Jugendämter und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe von den Ergebnissen stark beeindruckt und werteten die vorgelegte Dokumentation als beispielhaft und richtungsweisend.
 
Nach rund anderthalb Jahren Projektverlauf lassen sich folgende Gedanken und Erfahrungen formulieren:
  • Sozialpädagogische Arbeit läßt sich auch trotz ihrer Komplexität, Prozeßhaftigkeit und Intangibilität durchaus strukturieren und operationalisiert abbilden.
     
  • Die Einführung eines QMS bedingt eine Grundsatzentscheidung und ein ‚Bekenntnis‘ der Geschäftsführung dazu – unter Einbeziehung vorab formulierter Unternehmensziele (Visionen).
     
  • Die Implementierung kann nur sukzessive, in kleinen, für alle Beteiligten transparenten Schritten erfolgen.
     
  • Ein QMS allein bietet keine Garantie für tatsächliche Qualität in der Arbeit.
     
  • Die Erstellung, Einführung und Pflege erfordert erheblichen Zeit- und Kostenaufwand.
     
  • Ein QMS ist nur sinnvoll mit einer entsprechenden Dokumentation.
     
  • Ein QMS muß von allen MitarbeiterInnen akzeptiert, getragen und gelebt werden, formale Vorgaben reichen nicht aus, die Identität der Einrichtung muß sich darin widerspiegeln.
     
  • Die MitarbeiterInnen der Einrichtung – nicht nur die Projektgruppe – müssen die Möglichkeit zur ständigen Reflexion und zum Feed-back des Geschehens haben.
     
  • Die Methodik, die Arbeitssystematik sowie die Darstellungsform sind im sozialpädagogischen Wirkungskreis gewöhnungsbedürftig und ohne flankierende, externe Begleitung, Beratung und Moderation erfahrungsgemäß kaum realisierbar.
     
  • Es muß ein Know-how-Transfer der Methoden in die Einrichtung sichergestellt werden, damit die erforderliche, permanente Pflege und Weiterentwicklung des QMS autonom erfolgen kann.
     
  • Mittel- und langfristig ist mit einer Kompensation des Implementierungsaufwands zu rechnen (Verminderung des ‚Drehtür-Effekts‘, Abbau innerbetrieblicher Reibungsverluste, Vereinfachung repetitiver Abläufe), so daß die Einführung eines QMS insgesamt auf Dauer kostenneutral sein dürfte.
     
  • Ein QMS kann der Katalysator und Impulsgeber für eine weiterführende Organisationsentwicklung sein.
Unabhängig von den Vereinbarungen über Leistungsangebote, Entgelte und Qualitätsentwicklung gemäß § 78 a-g SGB VIII ist Qualitätssicherung künftig Bestandteil der Leistungsverpflichtung gegenüber Kostenträgern und Bewohnern. Unter der Leitung des QM-Beauftragten Günter Helling und mit Begleitung von Reimann & Partner ist mit der Einführung des QMS in einer weiteren Einrichtung des Trägers begonnen worden.
 

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